Modernste Büro Infrastruktur in ehemaliger Zionskirche
Client: zeroseven design studios Leistungen: Gebäudekonzept, Raumkonzept

Modernste Büro Infrastruktur in ehemaliger Zionskirche

Mit dem Erwerb und der Sanierung der Zionskirche haben sich die zeroseven design studios einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Nur wenige Gehminuten von Ulms Stadtzentrum entfernt, residiert die Kommunikationsagentur heute in den ehemaligen Räumen eines 1905 von der evangelischen Gemeinschaft erbauten Wohn- und Bethhauses. Die Zionskirche im Erdgeschoss war bis zum Umbau Treffpunkt der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Anstatt ein externes Architekturbüro mit Konzept und Umsetzung der Umbaumaßnahmen zu beauftragten, setzten die zeroseven design studios auf die eigene Kreativität und Kompetenz. Unter Regie der Architekten des zur Gruppe gehörenden und auf Corporate Architecture spezialisierten zeroseven design studios für Marken im Raum entstand auf 334 Quadratmetern ein Raumkonzept, das modernste Büro-Infrastruktur mit historischem Charme paart.

Das kontinuierliche Wachstum der zeroseven design studios in den vergangenen Jahren machte den Umzug in neue Räumlichkeiten dringend erforderlich. Nach langer Suche stieß Agenturgründer Thomas Seruset auf das zum Verkauf stehende Gebäude und sah im Umbau der historischen Zionskirche die Chance, Altes zu bewahren und gleichzeitig Identität sowie Philosophie der Agentur mit einem klaren Innenarchitektur-Konzept zu unterstreichen. 

Während die Außenhülle des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, insbesondere die der Ost- und Südseite vorgesetzte Sandsteinfassade und das Klinkermauerwerk, noch weitestgehend den bauzeitlichen Zustand aufweisen, hat eine totale Grundsanierung in den sechziger Jahren den Kirchenraum komplett seines historischen Flairs beraubt. Bilder belegen den Ursprungszustand und dienten als Basis für die Planung der Umbaumaßnahmen. Ziel – und teilweise auch Vorgabe des Denkmalschutzamtes – war es, bestehende historische Elemente zu bewahren und sensibel mit dem denkmalgeschützten Bestand umzugehen. Die Eingriffe in die Bausubstanz wurden dementsprechend so gering wie möglich gehalten. Neues orientiert sich in Größe und Ausführung an dem Bestand, auf komplett neue Einbauten wurde verzichtet und für Schränke, Regalen etc. Einbaumöbel favorisiert. Dort wo es möglich war, gingen die Architekten sogar noch einen Schritt weiter und verhalfen verlorengegangenen Elementen zu neuem Glanz. Beispielsweise wurden die früher vorhandenen Spitzbogenfenster mit Sprossenteilung wiederhergestellt, die unter einer Holzdecke versteckte Stuckdecke freigelegt sowie restauriert und auch vormals bestehende Heizungsnischen tauchen im neuen Konzept wieder auf. Darüber hinaus wurde die Raumaufteilung bzw. die Raumstruktur mit bestehenden Öffnungen und Lufträumen weitestgehend beibehalten. Beispielsweise gab der ehemalige Lichtauslass die Position des Treppenaufgangs vor, den jetzt eine Designleuchte in Szene setzt. 

Kunden betreten die Agenturräume über die mit Beschlägen verzierte Kirchentür aus massivem Holz. Im Eingangsbereich ist der Empfang die zentrale Anlaufstelle. Nach rechts öffnet sich das Foyer und der Blick fällt auf historische Bleiglasfenster. Diese bilden mit den in Weiß gehaltenen Einbauten und Kleinmöbeln sowie den gezielt eingesetzten Eichenholz-Elementen eine harmonische Einheit. Eine Raumwand aus Glas dient als Trennung zum Besprechungszimmer. Zusätzliche Besprechungsmöglichkeiten für kurzen Abstimmungen oder kreative Brainstormings bietet der im Foyer eingerichtete Stehtisch. Hinter der Rückwand der Empfangstheke verbirgt sich eine kleine Küche für die Bewirtung der Agenturkunden. Licht spielt in dem unter der ehemaligen Empore liegenden Empfangsbereich eine wichtige Rolle, da die Bleiglasfenster zur Ostseite liegen und - zusätzlich verstärkt durch die innenliegenden Isolierglasfenster – wenig Tageslicht durchlassen. Indirekte Beleuchtung und Spotlights über der Empfangstheke sowie dem Stehtisch leuchten den Raum optimal aus und schaffen eine behagliche Atmosphäre im Entrée-Bereich. Links von der Theke, umspielt von einem halbtransparenten Vorhang, gibt eine weitere Raumwand aus Glas den Blick in den ehemaligen Kirchensaal und die heutige Kreativ- und Entwicklungsabteilung mit 20 Arbeitsplätzen frei. Aufgrund der Akustik des Kirchensaals musste ein umfangreiches Schallschutzkonzept umgesetzt werden. Individuell schreinergefertigte schallabsorbierende Trennelemente mit Schlitzstruktur zwischen den Arbeitsplätzen und eine 4,10 m hohe und 10,00 m breite ebenfalls geschlitzte Rückwand sowie ein in grau gehaltener Schlingenteppich schlucken den Schall. Die Trennelemente zwischen den Arbeitsplätzen schaffen zusätzlich Privatsphäre für konzentriertes Arbeiten. Über dem 105 qm großen Raum thront in 5,90 m Höhe die restaurierte Stückdecke – sie stellt nicht allein durch ihre Größe, sondern vor allem durch ihre Wirkung mit den filigranen Stuckleisten und Ornamenten das Kernstück der neuen Agenturräume dar. 

Die ehemalige Empore erreicht man über eine Treppe direkt aus dem Empfangsbereich. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick über den Arbeitsbereich sowie auf die 3,60 m hohen im Süden und Westen liegenden Spitzbogenfenstern. Hier im OG sind die Büros der Geschäfts- und Projektleitung untergebracht. Zwei Büros mit insgesamt vier Arbeitsplätzen öffnen sich zum Raum hin. Um von hier aus einen uneingeschränkten Blick und das Gefühl von Großzügigkeit zu erhalten, wurden die Brüstung sowie die Raumwände der Büros weitestgehend aus Glas gefertigt. Im hinteren Teil der Empore liegen zwei Einzelbüros der Geschäftsleitung sowie ein weiteres, von denkmalgeschützte Bleiglasfenstern eingerahmtes Büro mit vier Arbeitsplätzen. Auch im OG dominiert die Farbe weiß bei den Büromöbeln und steht in elegantem Kontrast zu dem hochwertigen Eiche Industrieparkett und den Raumwänden aus Glas.

Ein einzigartiger Freiraum für Kreativität


In der Planungsphase stand eine detaillierte Bestandsaufnahme in Sachen Bauwerk, Konstruktion, Hausanschlüsse und Denkmalschutz. Daraus wurde deutlich, dass durch die Nutzungsänderung von Kirche zu Büro statische und auch brandschutztechnische Ertüchtigungen erfolgen müssen. Im Rahmen der energetischen Sanierung wurden Fenster und Heizung erneuert, darüber hinaus wurde die gesamte Elektroinstallation sowie die Sanitäranlagen auf den heutigen Stand gebracht. Bei der Heizungsart fiel die Entscheidung auf eine Fußbodenheizung im gesamten EG, insbesondere um Behaglichkeit im großen Kirchenraum zu schaffen. Im Winter unterstützen Heizkörper unterhalb der Fenster die Heizleistung. Im Hinblick auf Brandschutz wurde ursprünglich eine Brandschutzdecke F90 gefordert. Die Folge wäre allerdings gewesen, die noch erhaltene Stuckdecke des Kirchenraums abhängen zu müssen. Diese war viele Jahre unter einer Holzdecke versteckt und so gut erhalten, dass das Landesdenkmalamt die Restaurierung favorisierte. Nach eingehender Beratung und enger Abstimmung mit der Stadt Ulm sowie der Feuerwehr Ulm konnten die Brandschutzanforderungen durch eine Brandmeldeanlage sowie einen F30 Schutz erfüllt werden.


Diese Seite teilen
OK
Diese Webseite verwendet Cookies mehr Informationen