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27.01.2026

KI-Modus vs. Web Guide

Zehn blaue Links: Klassiker.
Daran ändert auch Googles KI-Modus nichts, der uns mittlerweile fleißig in Gespräche verwickelt. Der Web Guide hingegen könnte die SERPs ordentlich durcheinandermischen – und sie nach Bedeutung und Themen sortieren.

Auf Google wären beide Systeme strikt getrennt, doch wenn sie sich begegnen, prallen Welten aufeinander. Der KI-Modus punktet mit Geschwindigkeit, Kontext und Storytelling, der Web Guide kontert mit Struktur, Belegen und Orientierung.
Der eine spricht mit uns, der andere sortiert für uns. Zwei Ansätze, ein Ziel: die Suche intelligenter machen.

KI-Modus

Rechts im Suchfeld funkelt der Hinweis auf den KI-Modus bunt. Ein Klick und schon springt man in die generative Suche auf Gemini-Basis. Keine Trefferlisten weit und breit, sondern komplette, kontextuelle Antworten inklusive Quellen, Empfehlungen und womöglich schon bald gesponserter Anzeigen, ähnlich der Ads in den Ai Overviews

Die Suche ist ein Dialog: Auf jede Frage folgt eine Antwort. Informationen verschmelzen zu erklärenden Texten, klassische Klickpfade verschwinden, stattdessen erscheinen Quellverweise auf relevante Websites.
Praktisch – aber nicht immer transparent. Woher die Informationen stammen, ist oft unklar. Und ob die KI eine Quelle tatsächlich als relevant bewertet, ist nochmal ein ganz anderes Thema.

Web Guide

So ein Durcheinander würde es im Web Guide nie geben. Er steht für Ordnung und Struktur.
Das System, aktuell experimenteller Teil der Search Labs, ersetzt die klassische Liste blauer Links durch visuelle Themencluster zur Suchintention wie Tipps, Vergleiche oder Anleitungen. Jede Kategorie enthält weiterführende Artikel, Videos oder Links.

Der Web Guide ist kein Gesprächspartner, sondern ein Navigator, der Orientierung bietet, bevor wir uns entscheiden, worauf wir klicken.

Das bedeutet:

  • Suchergebnisse werden nach Bedeutung und Kontext sortiert.
  • Nutzer:innen entdecken Themen statt bloßer Informationen.
  • Marken konkurrieren nicht um Keywords, sondern um Relevanz im Themenfeld.

The technical part

Der Web Guide basiert auf Googles KI-Modell Gemini. Mithilfe von semantischer Analyse und Clustering-Verfahren werden Suchanfragen nicht mehr nur nach Keywords, sondern nach inhaltlichen Zusammenhängen verarbeitet.

Das Prinzip dahinter nennt sich „Query Fan-Out“: Eine komplexe Anfrage wird in mehrere Teilfragen zerlegt, die verschiedene Facetten eines Themas beleuchten. So tauchen bei einer Suche wie „Pilze sammeln“ etwa Aspekte wie Ausrüstung, Sicherheit oder Tipps auf. Diese Ergebnisse werden anschließend gruppiert und übersichtlich dargestellt.

Technisch kombiniert Google hier Methoden des Information Retrieval mit Embedding-Modellen, die Texte nach Bedeutung statt nach Wortgleichheit ordnen.
Aktuell ist der Web Guide ausschließlich in den Search Labs, Googles Testumgebung für neue Suchfunktionen, verfügbar. Nur wer sich aktiv anmeldet („Opt-in“), kann Features wie den Web Guide ausprobieren.

Der Web Guide ist also noch experimentell, aber ein deutliches Indiz dafür, dass sich Google von einer reinen Suchmaschine hin zu einer Wissensnavigation entwickelt.

Was ist zu tun, sobald der Web Guide Realität für alle ist?

Wer hier sichtbar sein will, braucht Content-Hubs und klare Themenarchitekturen. Content-Hubs sind thematische Dreh- und Angelpunkte einer Website. Hier laufen zentrale Inhalte und vertiefende Artikel zusammen – alles sauber vernetzt, logisch aufgebaut und leicht zu entdecken.

Content-Hub wuppen

  • Themenfelder definieren: Welche Kernthemen stehen für die Marke?
  • Content-Hubs aufbauen: Pillar-Content + Cluster-Content – also Hauptseiten mit verknüpften Unterthemen.
  • Semantik optimieren: Strukturierte Daten, klare Überschriften, konsistente Sprache.
  • Expertise sichtbar machen: Autorennamen, Quellen und nachvollziehbare Argumentation.
  • Monitoring etablieren: Beobachten, wie sich Inhalte in beiden Systemen behaupten – in Antworten (KI) und Clustern (Web).

Chancen einer neuen Art zu suchen

Der KI-Modus steht für den Moment der Entscheidung: Marken erscheinen genau dann, wenn Nutzer:innen aktiv nach Lösungen suchen. Emotionale Ansprache und gepflegte Produktfeeds sind entscheidend.
Allerdings fallen viele Entscheidungen direkt in der Antwort – Klickzahlen sinken, Kontrolle über die Darstellung bleibt begrenzt.

Der Web Guide verkörpert den Moment der Entdeckung: Er belohnt Marken, die Wissen strukturiert und thematisch tief aufbereiten. Content-Breite und -Tiefe schaffen hier Sichtbarkeit. Doch der Aufwand für Themenarchitekturen ist hoch, und schnelle Erfolge gibt es selten. Dafür wachsen Vertrauen und Relevanz langfristig.

Kein Duell, sondern ein Doppel

KI-Modus und Web Guide stehen für zwei Seiten derselben Entwicklung:

  • Der KI-Modus bringt Relevanz in Echtzeit.
  • Der Web Guide schafft Orientierung im Wissen.

Zusammen zeigen sie, wohin sich Suche bewegt: vom Klicken zum Verstehen – und das bestenfalls schon in den Suchergebnissen.
Wer als Marke sichtbar bleiben will, muss künftig in beiden Welten stattfinden:
in Antworten, die bewegen, und in Themen, die Bestand haben. 

Unser Online-Marketing-Team hilft Ihnen dabei.

Ein Wort nach dem anderen ist ein Text; der richtige Text an passender Stelle, Kommunikation.

Christian Kielhorn Copywriter
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