Jetzt ist es offiziell: Ads im KI-Modus
Lange gewartet, nun Realität – Ads im Google KI-Modus sind da
AI Overviews und der KI-Modus begleiten uns schon eine Weile. Während in den AI Overviews bereits gesponserte Inhalte erscheinen und Produkte direkt zur Suchintention ausspielen, blieb der KI-Modus werbefrei. Bis jetzt.
Wer sich im angeregten Austausch mit der künstlichen Intelligenz befindet, erlebt nun eine Premiere: Zwischen Antworten und Empfehlungen tauchen kleine Shopping-Kacheln mit „Sponsored“-Hinweis auf – vom eleganten Kleid für die Gala bis zum Pickleball-Schläger für Einsteiger.
Die Ads im KI-Modus erweitern somit Googles Sucherlebnis um ein neues Schaufenster – eines, dessen Plätze sich das Unternehmen selbstverständlich bezahlen lässt. Anders als Die gesondert platzierten Werbeanzeigen in den AI Overviews, verschwimmen für Nutzer:innen dadurch die Grenzen zwischen neutraler Antwort und kommerziellem Vorschlag noch stärker.
KI-Werbung bei Google – was wir bisher wissen und was Unternehmen daraus lernen können
Noch jung, aber richtungsweisend:

Googles KI-Modus testete die KI-Modus-Ads bereits in den USA und Indien. Mit diesen Testläufen lassen sich aus den ersten Beobachtungen bereits wertvolle Erkenntnisse gewinnen.
Warum die Anzeigen im KI-Modus so besonders sind
Im klassischen Sucherlebnis erscheinen Anzeigen oberhalb oder unterhalb der Suchergebnisse. Im KI-Modus dagegen werden sie direkt in die generierten Antworten eingebettet – oft als kleine Shopping-Kacheln mit „Sponsored“-Label.
Das verändert den Wahrnehmungsraum: Werbung steht nicht mehr neben dem Content, sondern im Dialogfluss. Dadurch entsteht eine neue Nähe zwischen Nutzerintention, Antwort und Produktvorschlag.
Erste Erkenntnisse aus den Tests
Aus unseren Analysen und Beobachtungen internationaler Accounts lassen sich erste Tendenzen ableiten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Relevanz schlägt Reichweite: Anzeigen mit klarer inhaltlicher Nähe zur Frage der Nutzer:innen werden bevorzugt ausgespielt.
- Starke Bild-Assets performen besser: In den Shopping-Kacheln scheinen Anzeigen mit markanten Produktbildern und konsistenter Markenästhetik eine höhere Klickwahrscheinlichkeit zu erzielen.
- Kurze, kontextbezogene Headlines („Smart Pickleball Set for Beginners“) erzielen bessere CTRs als generische Werbesprüche.
- Feed-Qualität ist entscheidend: KI-Systeme greifen offenbar auf Produktfeeds aus Shopping- und Performance-Max-Kampagnen zu – fehlerhafte Daten führen zu schlechterer Darstellung oder Nicht-Ausspielung.
Mögliche Vorteile für Werbetreibende
Ein zentraler Vorteil der neuen KI-Anzeigen liegt in ihrer Position innerhalb der Customer Journey. Sie erscheinen genau in dem Moment, in dem Nutzer:innen aktiv nach einer Lösung oder Empfehlung fragen – also mitten im Entscheidungsprozess. Damit rücken Marken direkt in den dialogischen Kontext der Suche und profitieren von einer Aufmerksamkeit, die klassischer Suchanzeigen oft fehlt. Die KI schlägt Produkte nicht zufällig vor, sondern dort, wo der Wunsch nach Inspiration oder Kaufunterstützung bereits ausgesprochen wurde. Diese Nähe zwischen Intention und Angebot reduziert Streuverluste deutlich und eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Marke authentisch und bedarfsgerecht zu positionieren. Dennoch gilt: Das System ist noch im Test – wie stark Google später Einfluss auf Ausspielung, Reichweite und Messbarkeit gewährt, bleibt abzuwarten.
Möchte man in diesem Umfeld dabei sein, sollte man sich strategisch darauf vorbereiten:
- 1.) Performance-Max- und Shopping-Feeds bereinigen: Vollständige Titel, strukturierte Attribute, eindeutige Beschreibungen.
- 2.) Marken-Assets konsistent halten: KI-Umgebungen bevorzugen klare visuelle Identität und Wiedererkennung.
- 3.) Anzeigen modular denken: Verschiedene Varianten von Headlines, Beschreibungen und Bildwelten testen – besonders jene mit erklärendem, nicht rein verkäuferischem Charakter.
- 4.) Monitoring aufbauen: Beobachten, wie sich Klick- und Conversion-Pfade verändern, sobald der KI-Modus verfügbar wird.
Gestaltungsempfehlungen aus den ersten Best Practices
- Kontextorientierte Ansprache: Statt „Jetzt kaufen“ lieber „Entdecken Sie das passende Produkt für Ihre Suche“.
- Visuelle Relevanz: Bilder, die zum Thema der KI-Antwort passen, erzeugen höhere Aufmerksamkeit.
- NatĂĽrlichkeit statt Werbe-Ton: Der Stil sollte sich harmonisch in die generierte Antwort einfĂĽgen.
- Klare Markenkennzeichnung: Logo und Farbwelt helfen, Vertrauen aufzubauen – gerade in einem neuen, KI-dominierten Umfeld.
Das sind die neuen Spielregeln für bezahlte Werbeanzeigen im KI-Modus. Wie Unternehmen sich organisch in KI-generierten Inhalten platzieren können, haben wir bereits hier erläutert.
Mehr dazu – und welche Chancen daraus entstehen –, erfahren Sie im Austausch mit unseren Online-Marketing-Expertinnen und -Experten.
Ich freue mich, Sie mit diesem Blogbeitrag auf dem neuesten Stand rund um das Thema Online-Marketing zu halten.
