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zeroseven design studios
06.10.2021

Alternative Schriften zur Helvetica Teil 3

In unseren beiden bisherigen Blogbeiträgen „Alternative Schriften zur Helvetica“ Teil 1 und Teil 2 haben wir Euch eine Reihe toller Schriften vorgestellt, die als echte Alternativen zur Helvetica verwendet werden können. In unserem 3. Teil möchten wir Euch nun weitere 23 Schriften vorstellen, auch hier finden sich wie in den ersten beiden Beiträgen echt tolle Fonts.
Grotesk Schriften sind derzeit wieder voll im Trend. Vom Einsatz im Branding über Screendesign bis hin zu der Gestaltung von Akzidenz-Drucksachen bieten die Grotesk Schriften uns Designern viele Gestaltungsmöglichkeiten. Die Qualität der Schriften ist mittlerweile so hoch, dass es teilweise keine Unterschiede mehr zwischen freien und kommerziellen Schriften gibt. Auch die Anzahl der Schnitte, die in den Schriftpaketen angeboten werden, lässt meistens keine Wünsche offen. Die IBM Plex oder auch Manrope sind nur zwei Beispiele von freien Schriften, die alle Anforderungen an eine perfekte Schrift erfüllen.

Die hier vorgestellten Grotesk Schriften haben darüber hinaus so unterschiedliche Charaktere, dass sie auch bestens für das Corporate Design eingesetzt werden können. Die Helvetica litt in der Vergangenheit doch stark darunter, dass sie mit dem Einzug der Personal Computer in den 90er zu einer der meist verwendetesten Schriften wurde und somit eine Differenzierung im Corporate Design immer schwerer wurde. Die Entwicklung, die die Helvetica hier durchlebt hat, ist unter anderem auch ein Verdienst der Qualität dieser Schrift. Das ist Vor- und Nachteil zugleich.
Viele Unternehmen, die die Helvetica im Branding-Bereich eingesetzt hatten, standen daher in der Vergangenheit vor dem Problem, dass die Helvetica als Corporate Typografie aufgrund der fehlenden Differenzierung zu anderen Unternehmen nochmals hinterfragt werden musste. Etwas ausführlicher betrachten wir dieses Thema in unserem Blogbeitrag "Der Wandel in der Corporate Typografie“.

Charakteristische Buchstaben im Vergleich

Für den Vergleich der einzelnen Schriften verwende ich gerne die Großbuchstaben "R" und "G" sowie die Kleinbuchstaben "r" und "g". Auch bei den Zahlen "1" und "2" lassen sich die Unterschiede der Formen und Geometrien sehr gut erkennen. Hier seht Ihr den Vergleich zwischen der Helvetica und der Arial anhand der oben genannten vier Buchstaben. Natürlich gibt es weitaus mehr Merkmale, wenn man die Schriften genauer betrachtet.

23 Alternativen zur Helvetica Teil 3

In den folgenden Beispielen finden sich viele tolle Fontlabels, die bemerkenswerte Schriften entwickelt haben. In den drei Beiträgen zu den alternativen Helvetica-Schriften finden sich immer wieder Schweizer Typefoundries. Viele bekannte und tolle Schriften wie zum Beispiel die Helvetica oder auch die Frutiger haben ihren Ursprung in der Schweizer Typografie. Die hier aufgeführten Fontlabels zeigen eindrucksvoll, dass diese Tradition der Schweizer Typografie bemerkenswert fortgeführt wird. Auch unsere traditionsreiche typografische Vergangenheit finden sich in vielen deutschen Fontlabels wieder. Dass wir so viele hochwertige Schriftentwickler haben, war für mich eine erfreuliche Erkenntnis in meinen Recherchen.

Viel Spaß beim Stöbern.

Open San

Die Open Sans ist eine sehr verbreitete und beliebte Schrift von Google. Sie wurde von Steve Matteson, Type Director der Ascender Corp entworfen und verfügt über 897 Zeichen. Die Open Sans erinnert in ihrem Schriftstil an die Frutiger. Die Schriftfamilie verfügt über insgesamt 10 Schnitte.

Open Sans

Plain

Die Plain ist eine sehr moderne Grotesk Schrift, gestaltet von François Rappo, die über das Schweizer Fontlabel Optimo vertrieben wird. Bei Optimo finden sich viele moderne Grotesk Schriften, die an die traditionelle Schweizer Typografie erinnern. Das Schriftenpaket der Plain beinhaltet 24 Schriftschnitte.

Plain

Public San

Die Public Sans weist eine etwas außergewöhnliche Herkunft her. Sie wurde im Auftrag der USWDS (U.S. Web Design System) entwickelt. Die Public Sans unterliegt der OFL-Lizenz und ist eine Weiterentwicklung der Libre Franklin. Die Public Sans verfügt über 9 Schrift-Schnitte. Sie ist speziell für Displays entwickelt und ist eine absolut moderne Grotesk-Schrift.

Public Sans

Rand

Eine weitere tolle, moderne Grotesk Schrift von Optimo ist die Rand. Die Rand verfügt über einen runden Charakter und hat in unterschiedlichen Buchstaben, wie zum Beispiel im „t", besondere Rundungen. Die Rand wurde von François Rappo entworfen. Sie verfügt über 14 Schriftschnitte und 10 Mono Schnitte.

Rand

Referenz Grotesk

Im Rahmen eines Rebranding der Stuttgarter Hochschule entstand die Referenz Grotesk. Stefanie Schwarz und Dirk Wachowiak entwickelten 14 Schnitte für die Grotesk-Schrift. Die Schrift verfügt über 60 alternative Glyphen pro Schnitt und greift in der Gestaltung die Schrift- und Typografie-Tradition der Stuttgarter Kunstakademie auf.

Referenz Grotesk

Resolve San

Die Resolve Sans wurde von dem Fontlabel Fenotype herausgegeben. Die Schrift verfügt über 124 Schnitte und unterstützt 21 Sprachen. Wirklich eine komplette Schrift, die durch ihre Vielfalt sehr flexibel eingesetzt werden kann. Vom Charakter her erinnert sie ein wenig an die Eurostyle.

Resolve Sans

RM Neue

Die RM Neue wird, neben weiteren tollen Grotesk-Schriften, über das Londoner Fontlabel CoType vertrieben. Die RM Neue hinterlässt einen traditionellen Eindruck, ist aber eine sehr moderne Grotesk-Schrift. Sie verfügt über 10 Schriftschnitte und viele Charakter-Sets.

RM Neue

Roboto

Die Roboto ist vermutlich nicht weniger verbreitet als die Open Sans. Eine weitere freie Google Schrift, die sehr häufig eingesetzt wird. Sie wurde von Christian Robertson entworfen und gestaltet. Die Roboto verfügt über 12 Schriftschnitte. Die Schriftfamilie wird komplettiert durch die Roboto Condensed und die Roboto Slab.

Roboto

Segment

Die Segment ist eine Grotesk-Schrift von Typekiln aus Indien. Die moderne geometrische Schrift verfügt über 18 Schnitte. Sie hat tolle Rundungen und Formen in der Darstellung, unterstützt mehrere Sprachen und beinhaltet 430 Glyphen.

Segment

Sequel San

Die Sequel Sans wurde von Oliver Jeschke entworfen. Sie ist eine Hommage an Max Bill, einer der einflussreichsten Designlehrer des 20. Jahrhunderts. Die Schrift bietet 72 Schnitte und unterstützt 21 Sprachen. Die Schrift wirkt extrem offen und ihre einfachen Formen machen sie zu einer prägnanten, modernen Grotesk-Schrift.

Sequel Sans

SF Pro

Apple hat mittlerweile einige Schriften in Auftrag gegeben. Darunter die SF Pro. Das Kürzel SF steht für San Francisco, dem Firmensitz von Apple. Die Schrift wurde speziell für Displays optimiert, eignet sich aber auch sehr gut für den Printbereich. Apple setzt die Grotesk-Schrift aktuell in ihrem Corporate Design ein. Die Schrift wird zum freien Download angeboten, hat aber strikte Lizenzvorgaben, wo sie eingesetzt werden darf.

SF Pro

SST

Die SST wurde von Akira Kobayashi, dem Type Director bei Monotype, im Auftrag von Sony für das global Branding entwickelt. Von der Anmutung her erinnert sie mich an die Frutiger. Die Schrift wurde sowohl für den Einsatz auf Displays als auch für den Printbereich optimiert. Aufgrund der Konzerngröße unterstützt die Schrift 93 Sprachen und steht in 17 Schnitten zur Verfügung.

SST

Stelvio Grotesk

Die Stelvio Grotesk wurde vom Design Studio K95 aus Italien entwickelt. Die Schrift bietet mit 12 Schnitten eine gute Grundlage für die Gestaltung. Mit dem Schnitt "Stelvia Grotesk Stylus" schufen die Designer einen ganz modernen Schnitt für eine Grotesk-Schrift. Die Designer steckten viel Liebe in die Details der Schrift. Darüber hinaus ist der Lizenzpreis von 80,00 Euro (zurzeit reduziert auf 65,00 Euro) unschlagbar. Eine Schrift, die es sich lohnt anzuschauen.

Stelvio Grotesk

Steradian

Die Steradian ist eine sehr moderne Grotesk Schrift mit prägenden Rundungen in den Großbuchstaben. Sie wird über Emtype Foundry vertrieben und verfügt über 16 Schriftschnitte. Ein umfangreiches Glyphen-Set komplettiert diese Schrift. Die Zahlenreihe ist geometrisch aufgebaut und ist bestens für den Tabellensatz geeignet.

Steradian

Studio 6

Eine weitere tolle Grotesk-Schrift von Playtype ist die Studio6. Die Schrift bietet mit 12 Schnitten eine gute Grundlage für die Gestaltung. Die Studio6 hat aufgrund ihrer offenen Gestaltung eine extrem gute Lesbarkeit. Auch als Headline-Font eignet sich die Schrift extrem gut. Auch hier finden sich in den Details viel Liebe zur Gestaltung der Buchstabenformen.

Studio6

Suprema

Die Suprema wurde von dem türkischen Designer Ceyhun Birinci entworfen und gezeichnet. Die Suprema ist im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Grotesk-Schriften eine eher breitlaufende Schrift mit ausgeprägten Rundungen. Die Suprema verfügt über insgesamt 14 Schnitte und beinhaltet diverse Charakter-Sets.

Suprema

Tabularasa

Die Tabularasa wurde von Christian Gruber entworfen und gezeichnet. Die Tabularasa ist in 8 Schnitten verfügbar. Diverse Buchstaben gibt es in unterschiedlichen Charakter-Sets. Das macht den Einsatz der Schrift sehr flexibel, da damit sowohl ein klassischer als auch ein moderner Gestaltungsansatz verfolgt werden kann. Die Schrift ist extrem toll gezeichnet und weist sehr schöne Formen auf.

Tabularasa

Theinhardt

Die Theinhardt ist eine weitere tolle Grotesk Schrift, die von François Rappo gestaltet wurde und über die Type Foundry Optimo vertrieben wird. Die Schrift verfügt neben ihren normalen Schnitten über eine "Extended", "SemiExtended", "SemiCondensed", "Condensed", "Compact" und einer "Mono" Variante. Sie lässt mit ihrer Vielzahl an Schnitten keine Wünsche offen.

Theinhardt

Trainer Grotesk

Die Trainer Grotesk wurde von Antoine Elsensohn aus Paris entworfen und gezeichnet. Aktuell liegt die Schrift in den zwei Schnitten Regular und Italic vor. Den Entwicklungsstand der Schrift kann man über das Instagram-Profil von Antoine mitverfolgen. Ich bin gespannt auf die weiteren Ergebnisse. Der aktuelle Stand sieht sehr vielversprechend aus.

Trainer Grotesk

TT Commons Pro

Die TT Commons Pro ist eine Grotesk Schrift mit schönen Rundungen in den einzelnen Buchstaben. Die Schrift wurde vom Fontlabel TypeType aus St. Petersburg entwickelt. Auch die Zahlenreihe besticht durch den runden Charakter der Schrift. Die Schrift weist viel Liebe zum Detail auf, was zum Beispiel beim kleinen "t" gut zur Geltung kommt. Die TT Commons Pro unterstützt über 260 Sprachen, verfügt pro Schrift über 1546 Glyphen und ist mit 21 Schnitten eine extrem umfangreiche Schrift. Darüber hinaus gibt es die TT Commons Pro noch als Expanded und Condensed Schrift und rundet somit den kompletten Schriftsatz ab.

TT Commons Pro

TT Hove

Die TT Howes ist eine absolut moderne Interpretation einer Grotesk Schrift, welche ebenfalls von TypeType aus St. Petersburg entwickelt wurde. Die horizontalen Strichansätze der Buchstaben, wie zum Beispiel das "f", "y", "r", "j" oder auch „t", weisen im Gegensatz zur klassischen Grotesk Schrift einen geraden Strichansatz auf, was der TT Hoves eine extrem moderne Anmutung verschafft. Der Name Hoves ist abgeleitet von "horizontale" (ho) und "verticals" (ve) was beides ein markanter Teil der Schrift-Architektur ist. Die TT Hoves verfügt über umfangreiche 23 Schriftschnitte.

TT Hoves

TT Interphase

Die TT Interphases ist wie die TT Commons Pro und die TT Hoves von TypeType aus St. Petersburg. Die TT Interphases ist eine Grotesk Schrift, die speziell für Interface Design entwickelt wurde. Die Buchstaben und Zahlen sind offen gestaltet und haben eine extrem runde Anmutung in ihrer Geometrie. Die TT Interphases verfügt über 18 Schnitte zuzüglich vier Monospaced-Schnitte. Jeder dieser Schnitte enthält über 930 Glyphen, sowie 100 universelle Symbole.

TT Interphases

Werksatz

Eine weitere tolle Grotesk-Schrift von Identity Letters ist die Werksatz. Hier konnte ich schon einige Grotesk-Schriften von Identity Letters und Christian Gruber vorstellen. Die Werksatz verfügt über 10 Schnitte. Inspiriert wurde das Team von Identity Letters durch die früheren Schriften der Akzidenz Grotesk oder auch Venus. Die Werksatz weist tolle Zeichen und Zahlen auf und hat bis zu 970 Charakter-Sets.

Werksatz

Ich freue mich, Sie mit diesem Blogbeitrag zu inspirieren, die Welt durch einzigartiges Design mitzugestalten.

Thomas Seruset CEO - Geschäftsführender Gesellschafter
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